Frauenpower 2012

Frauenpower 2012

Es begab sich zu der Zeit, als die Bäume noch ohne Kleid dem bitteren Frost ausgesetzt waren, da beschloss die Gu-Idin der Frauenpower, dass es in diesem Jahr an der Zeit wäre nach Ludwigswinkel zu reisen.
Sie konnte weitere sechs Wickingerinnen dazu ermuntern, diese abenteuerliche Reise über das große fließende Gewässer in ein anderes Land des Bundes zu unternehmen. Als günstigster Zeitpunkt der Anreise wurde der letzte Tag des achten Monats im Jahre 2012 n. Chr. gewählt.

Auf drei Karossen verteilt – das Problem war alleinig wie in jedem Jahr das viele Gepäck – eilten diese mutigen Frauen ihrem Ziel entgegen. Unterwegs galt es wieder viele Hindernisse zu überwinden. Die Wickingerinnen, die zuletzt zur 16. Stunde eintrafen, berichteten über unwegsame Straßen, Umleitungen und Ansammlungen von Karossen – derart es sich in dieser Gegend wohl noch nicht zugetragen hatte.

Der edle Wirt des „Blick zum Maimont“ verwöhnte uns mit schwarzem, heißen Zaubertrank und so waren die Unwegsamkeiten schnell vergessen. Zudem gab er uns seine besten Zimmer für zwei Nächte. Für ein Einzelzimmer wollte er zunächst den Schlüssel nicht herausgeben! Wilde Vermutungen wurden angestellt, aber zu vorgerückter Stunde ließ er sich erweichen.
Ans Schlafen wollten die Wickingerinnen jedoch noch nicht denken, denn zumindest Ludwigswinkel sollte noch ein wenig erkundet werden. Die Suche nach einer Einkehrmöglichkeit für süßes Gebäck war leider nicht von Erfolg gekrönt, jedoch entdeckten Sie ein Geschäft für Fußbekleidungen…
Nun, Thor hatte sich zwar mit Blitz und Donner zurückgehalten, jedoch schickte er just in diesem Moment einen Regenschauer – Zufall oder Schicksal?
Zwar immer noch hungrig aber immerhin mit neuem Fußkleid gingen alle zurück zum „Maimont“.

Nachdem nun das Gepäck auf die Kemenaten verteilt war und die Damen sich in ihre Schlemmerhosen gewandet hatten, trafen sich alle in Zimmer „8“. Hier wurde auf der großen Terrasse als Aperitif prickelnder Rebsaft genossen und der Wettergott angefleht für den nächsten Tag trockeneres Wetter zu schicken. Danach gingen alle in den Schankraum um dem Nachtmahl zu frönen. Der Wirt fuhr nur die besten Speisen auf und es wurde nach Herzenslust gegessen bis auch die Schlemmerhosen an ihre Grenzen stießen. Um die Magensäfte auch über Nacht aktiv zu halten

hatte jemand in Zimmer „8“
für die Nacht
Kräutertrank mitgebracht!

Nach Einnahme des Gesundheitselixiers begaben sich alle zur Ruh‘.

Zur 9. Stunde des 1. Tages im 9. Monat des Jahres 2012 trafen sich alle wieder im Schankraum, denn der Wirt hatte zu dieser frühen Stunde schwarzen Zaubertrank und frisches Gebäck versprochen. Munter wurde vereinbart, welche Erkundungstour an diesem Tag unternommen werden sollte. Nachdem aus dem ortskundigen Wirt alle guten Ratschläge heraus gekitzelt waren und die Gu-Idin mit gutem Kartenwerk ausgestattet war, war niemand mehr aufzuhalten. Mit den nötigsten, lebensnotwendigen Dingen bestückt (Wasser, Müsliriegel, Giotto, Knoppers… ) begaben sich alle auf unbekanntes Gebiet in den finsteren Pfälzer Wald.

Die Pilzkundigen unter den Wickingerinnen waren auch für das Sammeln gerüstet. Fröhlich plaudernd waren die ersten Kilometer schnell geschafft, jedoch zehrte der Weg an ihren Kräften. Als ob jemand die Steigungen mit einem Sprechverbot verhext hätte, verstummten die Stimmen beim Erklimmen jeder Anhöhe.
Mit größter Freude erblickten sie nach etwa 11 Kilometern am höchsten Punkt des Weges ein Waldhaus. Mit dem Besitzer war man sich schnell einig, dass seine Frau für die ausgehungerten Wickingerinnen ein Mahl zubereiten würde. Es gab Deftiges und Süßes und so kamen alle wieder zu Kräften.

Der weitere Weg – es waren noch etwa 9 Kilometer zu bewältigen – verlief bergab oder in der Ebene. Es schien allerdings, als sei hier lange Zeit niemand entlanggegangen. Wilde Brombeeren und hohe Brennnesseln hatten sich den „Muschelpfad“ schon fast zurückerobert, aber dank des guten Kartenwerks kam keiner vom Weg ab und alle erreichten wohlbehalten wieder das „Maimont“ in Ludwigswinkel. Pilze hatte aber unterwegs niemand gefunden!

In Zimmer „8“ wurde Thor gepriesen, denn er hatte sich an diesem Tag ganz zurückgehalten, und Baccus gehuldigt, ihm galt der prickelnde Rebsaft, der auch an diesem Abend ausgeschenkt wurde.
Nachdem sich alle mit reinigendem Wasser benetzt hatten und in Schlemmerhosen gewandet waren, tischte der Wirt den Wickingerinnen wieder seine besten Speisen auf. Stöhnend wurden die Stufen zum Zimmer „8“ erklommen, denn nur nach dem Genuss des Kräuterelixiers war eine ruhige Nacht gewährleistet…

Die Vögel zwitscherten, als am nächsten Morgen die Sonne über den blauen Himmel strahlte. Zur 9. Stunde hatte der Wirt wieder frischen, schwarzen Zaubertrank bereitet und Gebäck bereit gestellt. Frohen Mutes wurde eine neue aber kürzere Erkundungstour geplant. Zuvor jedoch wurde der Wirt für die Kemenaten entlohnt und das Gepäck in den Karossen verstaut.

Mit den lebensnotwendigen Dingen ausgerüstet machten sich die mutigen 7 auf den Weg. Auch diesmal schienen die Steigungen mit einem Bann belegt. Das Sprechen wurde unmöglich! Für das Erklimmen eines steilen Felsens konnten sich dann nur noch drei Wickingerinnen begeistern. Belohnt wurden sie mit einer Aussicht über das ganze Tal.

Der weitere Weg führte über einen schmalen Pfad durch den dunklen Pfälzer Wald. Auf einer Lichtung am Ortsrand lud ein Badesee zum Schwimmen ein, aber alle widerstanden der Versuchung in das kühle Nass zu springen.
Nach insgesamt etwa 8 Kilometern erreichten alle wohlbehalten die Karossen. Bevor jedoch die weite Heimreise angetreten werden konnte gerieten alle in die „Zwickmühle“. Sie wurden nahezu genötigt noch süßes Gebäck zu verzehren. So gestärkt, verließen sie Ludwigswinkel und machten sich nach einer herzlichen Verabschiedung auf die Heimreise.
Am Abend gab es in Spöck noch einmal ein Wiedersehen, denn die bestandene abenteuerliche Erkundungstour im fremden Land wurde mit den Wickinger-Männern zusammen gefeiert.
Und wenn sie nicht gestorben sind, gibt es sicher im nächsten Jahr wieder die bewährte FRAUENPOWER. B.Z.

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